Zu blöd für Kompaktkameras

Kameras sind für manche Menschen eine komplizierte Sache. Zugegeben, es muss sich nicht jeder damit auskennen und manche Kamerasysteme sind definitiv nicht für jeden geeignet. Dennoch sollte eine gewisse Grundkenntnis vorhanden sein. Ich rede jetzt nicht von Blende und Zeit sondern vom Auslösen. Richtig gelesen. Auslösen. Früher schaute man bei den analogen Kompaktkameras durch den Sucher und Click war das Bild gemacht. Kein Problem. Man musste ja nicht scharf stellen oder auf irgendeine Anzeige achten. Heute kaufen sich alle digitale Kompaktkameras, schauen auf das Display und Click ist das Bild futsch. Großes Problem. Die Kamera taugt nichts.
Der Verkäufer hat einen falsch beraten. Die negativen Berichte von Selbsternannten Fotoexperten (meist Markenfans) sind richtig. Ich tausche den Mist um.

Halt!

In 99 Prozent der Fälle liegt das Problem nicht an der Kamera. Sondern einzig und allein am Nutzer.
Was irgendwie vergessen wird ist das die digitalen Fotoapparate sehr wenig mit den analogen Kompaktkameras zu tun haben. Bei den analogen Kameras legt man den Film mit der gewünschten ISO ein und der Blitz wird automatisch wenn benötigt zugeschaltet. Fertig. Schlicht und einfach.
Bei den digitalen Kompaktkameras handelt es sich jedoch um kleine Computer. Und das ist der Knackpunkt an der ganzen Sache. Diese Tatsache wird schlichtweg ignoriert. Diese kleinen Apparaturen sind vollgestopft mit Elektronik und Software um uns das fotografieren leichter zu machen. Im Gegenzug jedoch muss man sich mit dieser Technik auch beschäftigen. Es ist als ob man seinen Großeltern einen Computer hinstellt und ihnen sagt, damit kann man Emails schreiben, im Internet surfen und Bilder bearbeiten. Wenn sie sich nicht die notwendigen Grundkenntnisse aneignen können sie damit nichts anfangen.

Den häufigsten Fehler in der Handhabung von digitalen Kameras liegt wirklich beim Auslösen. Sobald das Motiv im Display erkannt wird, wird der Auslöser komplett durchgedrückt. Die Kamera hat so allerdings keine Zeit auf den gewünschten Punkt scharf zu stellen oder geschweige denn die Belichtungszeit richtig einzustellen. Dabei ist es doch so einfach. Halb herunterdrücken und sobald das Ding einen Ton von sich gibt komplett durchdrücken. Fertig ist das Bild. Scharf und korrekt belichtet.
Merkwürdige Annahmen bezüglich der Technik sorgen manchmal für etwas Belustigung. Bildstabilisator bedeutet nicht das man die Kamera schütteln kann beim fotografieren. Man muss sie trotz allem ruhig halten.
Jederzeit kleine Filme zu drehen macht spaß. Den Umfang und die Qualität einer Filmkamera zu erwarten ist Blödsinn. Das was man in der Hand hält ist in aller erster Linie ein FOTOAPPARAT. Kapiert?!
Kompaktkameras sind keine Spiegelreflexkameras. Man kann daher auch nicht die selben Ergebnisse erwarten. Digital ist nicht gleich digital. Es gehört noch viel mehr dazu.
Der wichtigste Punkt und das wissen alle Fotografen ist der das man der Technik nicht trauen kann. Die gesamten vorgegeben Einstellungen haben sich die Hersteller ausgedacht und repräsentieren Durchschnittswerte für durchschnittliche Fotografien. Wirklich gute Ergebnisse erhält man entweder im manuellen Modus oder man macht kleine Korrekturen in den vorgegebenen Einstellungen wie z.B. bei der ISO um dem Bildrauschen entgegenzuwirken. Die Fujifilm FINEPIX F80 EXR zum Beispiel schneidet in diesem Punkt bei Aufnahmen im Dunkeln schlechter ab wie die Konkurrenz – zu hohe ISO – dabei ist es doch so einfach – ISO runter auf 400 und hallo gutes Foto.

Liebe fotografierende Mitmenschen, klärt bitte eure Freunde, Bekannte und Verwandte auf. Helft ihnen bessere Fotos zu machen. Macht ihnen klar das sie sich so die teuersten Apparate kaufen können die es gibt, die Ergebnisse bleiben immer gleich schlecht.
Wenn man sich nicht mit den ganzen Funktionen digitaler Kameras beschäftigen möchte gibt es alternativen. Fotografiert mit eurem Handy oder kauft euch analoge Einwegkameras.

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